Warum ist Schwerin für das "Dong-Projekt"?
Eine mögliche Antwort schreibt W. Lobanowitsch aus Kröslin am 30.12.07 in einem Leserbrief an die OZ, der aber sicher nicht veröffentlicht wird, so wie wir die OZ kennen. Deshalb wird er hier veröffentlicht:
Es gibt nur einen einzigen Grund der maßlosen Unterstützung des Kohlekraftwerksbaus von DONG Energy durch die Landesregierung: das ist der s. g. Industriehafen in Lubmin. Die Errichtung hat mehr als 35 Mio.€ gekostet und wurde komplett aus “Födermitteln” bezahlt. D. h. gezahlt hat der Steuerzahler. Jede private Investition in dieser Höhe im Vergleich zu den mageren Einnahmen würde unverzüglich zum Bankrott des Investors führen. Nur der Staat auf Kosten seiner Bürger ist nie bankrott. Und das Kohlekraftwerk ist die einzige Bestätigung und Rechtfertigung der Weitsichtigkeit der Schweriner Minister, der Umschlag von Kohle und Abfällen soll ca. 5 Mio.t/a, betragen, das ist etwa die Menge des Umschlages im Seehafen Mukran und damit ist die Wirtschaftlichkeit des “Hafens” gegeben - auf Kosten der zerstörten Natur, der Lebensqualität von Tausenden Menschen und Verlust von Arbeitsplätzen in der Touristikbranche. Sonstige Phrasen über die Entwicklung der Region, die Synergieeffekte, den Urknall usw. sind lediglich Mogelpackungen. Wie kann man sonst erklären, dass die vernünftigen Vorschläge der Gemeinde Lubmin zu alternativen Varianten der Industrieansiedlung am Standort Lubmin mit wesentlich größerer Anzahl von Arbeitsplätzen im Vergleich zum SKW und einem wesentlich sanfteren Eingriff in die Natur einfach ignoriert und nicht beantwortet werden? Das einzige, was für die (un)Verantwortlichen bei der Genehmigung des Werkes zählt: die Einhaltung der Grenzwerte. Dazu kann man nur eins sagen: der Trabant ist ebenfalls in Deutschland zugelassen, das heißt jedoch nicht, dass er gut ist. Damit wünsche ich allen Bewohnern von M-V alles Gute im Jahr 2008, frische Luft und eine intakte Natur und auf keinen Fall ein Kohlekraftwerk! W. Lobanowitsch
BUND berichtet über Behinderungen bei Einsicht in Genehmigungsunterlagen
In einem Pressebericht finden Sie Informationen
über Behinderungen bei der Einsichtnahme in Genehmigungsunterlagen beim STAUN. Ein aktuelles
Argumentationspapier des BUND M-V finden Sie unter http://vorort.bund.net/mv/
naturschutz/steinkohle/
bund_pos_lubmin.pdf
STAUN gibt Möglichkeiten der Einsichtnahme bekannt
Die Bekanntmachung und weitere Fakten, u.a. zum Procedere etwaiger Einwendungen finden Sie hier
Diese Karte (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der OZ) zeigt die Orte im Umkreis von 40 km
um das geplante Kraftwerk, deren Status "Seebad" oder "Seeheilbad" gefährdet wäre.
(Die Karte kann durch klicken in das Bild vergrößert werden)
Achtung: Falschmeldung! (Dong energy soll kleineres Kraftwerk bauen)
Uns erreicht gerade die Nachricht, dass seit dem 1.11. in Presse und Rundfunk vermeldet wurde, dass unsere
Bürgerinitiative der SPD-Landesvorstandsempfehlung an Dong, ein 800-MW-Steinkohlekraftwerk zu bauen, zustimmen würde.
Das stimmt nicht und wir möchten das konkret dementiert wissen.
Wir wollen gar kein Kohlekraftwerk in Lubmin!
Wir verweisen auf das anhängende Alternativkonzept.
Wir bitten dringlichst um Korrektur dieser falschen Bekanntmachung, das ist kein gutes Signal.
Erwähnenswert noch, dass wir keine Stromversorgungslücke haben, sondern, laut Herrn Seidel (Montag, 29.10. in Lubmin),
produziert MV derzeit 7,2 Terrawattstunden an Strom, davon werden lediglich 6,6 Terrawattstunden verbraucht,
somit werden schon 600 Gigawattstunden exportiert. Gaskraft- und WIndkraftwerke werden schon bald weiteren
Strom produzieren, der exportiert werden muss. Ein höherer Stromverbrauch bei abnehmender und zunehmend bewusster
handelnden Bevölkerung ist nicht zu sehen.
Christa Labouvie
Schriftführerin/Vorstand BI
class="clearfix">Außerdem gibt es von den Bürgerinitiativen ein
Alternativkonzept für einen Energiemix in Vorpommern, das diskutiert werden muss.
Bilder

Aktuelles
Beteiligung von Stadtwerken am Dong-Projekt
Von mehreren Stadtwerken in Süddeutschland wurde bekannt, dass sie sich an dem Dong-Kraftwerk beteiligen wollen.
In einem offenen Brief fordern jetzt BUND-Mitglieder hessische SPD-Abgeordnete auf, die Pläne der Stadtwerke, sich
am Dong Energy-Kraftwerk Lubmin zu beteiligen, zu verhindern.
Der Brief ist hier zu lesen.
Boddenerwärmung
Am 16.1.08 fand vor dem Wirtschaftsausschuss eine Anhörung statt, in der u.a. Dr. Vater (Uni Greifswald) über die Boddenerwärmung durch das geplante Kraftwerk sprach. Sein Bericht ist zu lesen unter: Anhörung vor dem Wirtschaftsausschuss zur Boddenerwärmung
Hilfe für "Kein Kohlestrom Wiesbaden BI"
Die hessische Bürgerinitiative gegen das Kohlekraftwerk der KMW zwischen Mainz und Wiesbaden bittet um Hilfe in ihrem Widerspruchsverfahren. Die Einwendefrist läuft bis zum 15.02.08.
Wer sich für diese Aktion interessiert und helfen will, findet hier die Internetseiten
der BI.
Möglichkeiten zu Einwendungen bis 15.02. gibt es direkt hier.
CO2-Verpressung vorläufig keine Lösung
Die von Dong Energy beabsichtigte "Reduzierung" des CO2-Ausstoßes durch Verpressung in unterirdische Kavernen ist in absehbarer Zukunft nicht lösbar. Dazu erschien vor einiger Zeit ein taz-Artikel, der das klar stellte.
Usedomer Musikfestival
Hohes Niveau auch dank Sponsoring
Glückwunsch zum Besucherrekord beim Usedomer Musikfestival- jedoch Sponsoren kritisch hinterfragen
Es war eine gelungene Abschlussveranstaltung am Sonnabend in Peenemünde mit 1300 Gästen. Und wer sich den
Besucherstrom, bzw. die Kennzeichen der eintreffenden Limousinen ansah, bemerkte, dass tatsächlich aus ganz
Deutschland die Gäste anreisten. Die Bürgerinitiative "Kein Kohlekraftwerk Lubmin" gratuliert den Initiatoren
und wünscht sich, dass noch viele solcher hochkarätigen Veranstaltungen in unserer Region stattfinden.
Das hohe Gut "Kultur" ist erfahrungsgemäß immer auf finanzielle Unterstützung von Kulturliebhabern angewiesen,
entsprechend liest sich die lange Liste der Sponsoren. Unter anderem ist auf der Internetseite des Festivals zu
erfahren, dass auch Dong ernergy und die WV Energie Gelder für diesen guten Zweck gespendet haben.
Das von DONG energy geplante Kohlekraftwerk in Lubmin ist mehr als umstritten in unserer Region, viel Widerstand
dagegen bewegt die Gemüter. Dies dürfte hinreichend bekannt sein. Vielleicht wäre da die Überlegung angebracht,
von dem einen oder anderen Geldgeber keine Spenden anzunehmen, erklärt Vorstandsmitglied und Schriftführerin der
BI Christa Labouvie.
Es sei nicht das erste Mal, dass DONG energy als Sponsor in der Region auftrete. Der Greifswalder Fußballverein
und auch die Stadt Wolgast habe schon finanzielle Unterstützung erhalten. "Es ist doch eine berechtigte Frage,
ob das wirklich die richtigen Entscheidungen sind", so Vorsitzender der BI Michael Woitacha. "Wenn es solch
umstrittene Pläne in einer Region gibt, wäre es doch sicher geschickter, in der Bevölkerung nicht den Eindruck zu
erwecken, man ließe sich durch Geldgeschenke von den Ideen des Geldgebers beeindrucken."
Greenpeace demonstriert gegen Kohlekraftwerk - Sponsorvorwürfe
dpa-Meldung, 15.10.2007
Greifswald - Mit einer Pyramide aus 120 schwarzen Müllsäcken hat die Umweltorganisation Greenpeace am Montag
in Greifswald gegen den geplanten Bau eines Steinkohlekraftwerks in Lubmin demonstriert. Die Planung und der
Bau des Kraftwerks müssten gestoppt werden. Sie seien mit den Klimaschutzzielen unvereinbar, sagte Marcus
Unbenannt von Greenpeace. Weitere Einzelheiten unter
http://www.verivox.de/News/
ArticleDetails.asp?aid=21391&g=power
Fragen und Antworten zu dem Vorhaben Steinkohlekraftwerk Lubmin

Ist das Zukunftsvision oder Horror-Szenarium?
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) - Energie nicht verschwenden!
"KWK hat ungeahntes Potenzial"
Der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) soll mit einer
Gesetzesnovellierung bis 2020 auf 25 Prozent der gesamten Stromproduktion
verdoppelt werden. Der Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung,
Dieter Attig, warnt, dass der vorliegende Gesetzentwurf nicht ausreiche:
"Wir haben berechnet, dass etwa die Hälfte des Ziels damit erreicht werden
könnte." Wahrscheinlich müsse bei der nächsten Erfolgskontrolle des
Gesetzes im Jahr 2011 erneut nachgebessert werden. Derzeit beträgt der
Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung nur rund zehn
Prozent.
Wolfgang Schulz vom Bremer Energie Institut hält zudem das angestrebte Ziel
von 25 Prozent Anteil am gesamten Strommarkt für nicht ambitioniert. Das
wirtschaftliche Potential der KWK liege vielmehr bei 50 Prozent, so Schulz
gegenüber Frontal21. Das hätten Berechnungen seines Instituts im Auftrag
des Wirtschaftsministeriums ergeben.
"KWK hat ungeahntes Potenzial"
Mit der geplanten Gesetzesnovelle seien jedoch nicht einmal die 25 Prozent
zu erreichen. Der Entwurf enthalte zu viele Hemmnisse, die Investitionen in
die Kraft-Wärme-Kopplung verhindern würden. Die vorgesehenen 750 Millionen
Euro Förderung pro Jahr seien zu wenig. Die Pläne zur Förderung der
Kraft-Wärme-Kopplung sind Teil der im August 2007 bei einer Klausurtagung
in Meseberg vereinbarten Klimaschutzziele der Bundesregierung.
Hier der ganze Bericht
Zur Diskussion über die angeblich drohende Stromlücke erklärt Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (16.04.2008):
"Die gegenwärtig massiv verbreitete Stromlücken-Lüge erinnert an Bertolt
Brecht, der einmal sagte, eine Lüge mache sich unsichtbar dadurch, dass
sie besonders große Ausmaße annehme. Das versucht gerade die Stromlobby.
Der Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena), der sich inzwischen
offenbar vor allem als Helfer dieser Lobby begreift, hat die Katze aus
dem Sack gelassen. Ziel der Stromlücken-Kampagne ist es durchzusetzen,
dass Kohlekraftwerke auch in Zukunft ihre CO2-Emissionen kostenlos in
die Atmosphäre pusten dürfen. Die Energieoligopolisten finden es
verständlicherweise sehr attraktiv, den Verbrauchern und der Strom
verbrauchenden Wirtschaft Zertifikate in Rechnung zu stellen, für die
sie selbst nie etwas bezahlt haben. Auf diese Milliarden-Sondergewinne
wollen sie nicht verzichten und deswegen muss man der Öffentlichkeit und
der Politik einen gehörigen Schrecken einjagen.
Gegen die Behauptung von der Stromlücke sprechen Fakten: Es ist mehr
Stromeinsparung möglich als die Dena rechnet. Durch ein gescheites
Lastmanagement bei der Stromlastfrage ist eine Entlastung von 5000
Megawatt möglich. Innovative Technologien der Stromspeicherung werden
zum Zuge kommen. Das heutige Niveau des Stromexports muss nicht
fortgeschrieben werden. Der Beitrag der erneuerbaren Energien zur
gesicherten verfügbaren Leistung wird größer sein als die Dena wahrhaben
will.
Die Mär von der Stromlücke dient einer klimapolitischen Gegenreformation
der etablierten Interessen. Schade, dass Sigmar Gabriel sich nicht
entscheiden kann, einfach mal, ganz ohne Tricks, auf der Seite der
ökologischen Verantwortung zu stehen."
Erst Gabriel fragen- dann das Gegenteil tun!
OZ-Meldung am 14.04.08, Seite 1:
Ostfriesische Inseln gegen Kohlekraftwerke an der Küste
(PR-inside.com 08.04.2008 11:18:47) Die Bürgermeister der sieben ostfriesischen Inseln haben bei einem Treffen auf Wangerooge eine Resolution gegen den Bau von Kohlekraftwerken an der Nordseeküste verabschiedet. Die geplanten Kraftwerksprojekte in Emden, Wilhelmshaven und im niederländischen Eemshaven würden geschlossen abgelehnt, teilte die Stadt Borkum am Dienstag mit. Die einzige Existenz- und Arbeitsgrundlage der Insulaner bestehe im nachhaltig ausgeübten Fremdenverkehr. Die Basis für diesen Erwerbszweig seien meeresklimatische Bedingungen, saubere Luft, sauberes Wasser und eine intakte Umwelt. Der Tourismus auf den Inseln sichere mindestens 26 000 Arbeitsplätze.
Die Bürgermeister verwiesen darauf, dass sich Ostfriesland zu einer Modellregion für die Nutzung erneuerbarer Energien entwickelt
habe. Beim Betrieb von klimaschädlichen Kohlekraftwerken handele es sich um eine rückwärts gewandte Technik, die dem Ruf der
Region schaden würde. Sie forderten die Regierungen in Hannover und Berlin dazu auf, den Neubau von Kohlekraftwerken im
Ems-Jade-Raum nicht zuzulassen. Das niederländische Eemshaven liege nur 15 Kilometer vom Ostende der Insel Borkum und
25 Kilometer von der Mitte der Insel Juist entfernt. Vom Jadehafen in Wilhelmshaven bis zur Insel Wangerooge seien es nur rund 25 Kilometer.
ddp/pnw/fgr
- Nachsatz der BI Usedom: Wie sich die Bilder gleichen....
Hier ein aktueller Video-Beitrag zum skw-lubmin!
Der NABU Mecklenburg-Vorpommern fordert auf der Landesvertreterversammlung Güstrow, am 29.03.2008:
Herr Ministerpräsident, setzen Sie den Aktionsplan Klimaschutz um!
Machen Sie ehrliche und verlässliche Energiepolitik!
Weiter heißt es zu den Dong Energy-Pänen: Das Steinkohlekraftwerk ist in dieser Form im Heimatland des Konzerns nicht genehmigungsfähig. Es steht in krassem Widerspruch zum Klimaschutzplan Mecklenburg- Vorpommerns. Die Landesregierung hat sich mit dem „Aktionsplan Klimaschutz“ dem Ziel verpflichtet, alle im Land verfügbaren Potenziale zur Reduzierung der Treibhausgasfreisetzungen zu nutzen. Zwei Jahre nach der Verabschiedung des „Aktionsplanes Klimaschutz“ wird vom Ministerpräsidenten Harald Ringstorff eine andere Marschrichtung ausgegeben: zurück ins Steinkohlezeitalter. >>mehr
Meinung in der CDU auf Rügen
Sicher würde es nützlich sein, wenn Anhänger der CDU auch außerhalb von Rügen wüssten, wie unsere Meinung hier in der CDU
auf Rügen ist, schreibt ein Vertreter von dort. Deshalb hier der Wortlaut des im Okt. 2007 mit 94% (4 Gegenstimmen+
Enthaltungen) angenommen Textes:
CDU-Kreisverband Rügen
Antrag an den Kreisparteitag der CDU Rügen am 13.10.2007
Der Kreisparteitag der CDU Rügen beschließt, einen Antrag an den Landes-parteitag der CDU M-V mit folgendem Inhalt zu stellen:
Der Landesverband der CDU M-V wird aufgefordert, seinen Einfluß auf die Regierungs- und Landtags-mitglieder dahingehend geltend
zu machen, dass die Pläne zum Bau des Steinkohle-Kraftwerkes in Lubmin gestoppt werden, damit der Tourismus als wichtigster
Erwerbszweig in der Region keinen Schaden nimmt.
Begründung:
Da der Untersuchungsraum für die Verträglichkeit des Vorhabens nur auf 7km im Umkreis festgelegt wurde, kann gar nicht
festgestellt werden, ob und welche Luftverschmutzungen z. B. an der Ostküste Rügens oder auf Usedom messbar sein werden.
Sobald das Kraftwerk angefahren sein wird, werden von Bayern bis Schleswig-Holstein beauftragte Ing.Büros die entsprechenden
Daten erheben und gegen M-V als beliebtestes Urlaubsland ausnutzen. Da alle Genehmigungen durch Dong scheibchenweise eingeholt
werden, wird bezweifelt, dass das Umladen der Steinkohle auf See vor der Küste Rügens als unzweifelhaft kostengünstigste Variante
tatsächlich aufgegeben wurde. Ein Vertreter des Unternehmens musste vor dem Wirtschaftsausschuß des Kreistages Rügen zugeben,
dass bei dieser Umladung nicht jedes Stück Steinkohle von einem Schiff in das andere gelangt. Die ersten Stücke Kohle an den
Stränden Rügens oder Usedoms werden mit Sicherheit nicht nur einmal fotografiert.
Ärzte warnen vor gesundheitlichen Gefahren durch das SKW Lubmin
Bei der Diskussion um das geplante Steinkohlekraftwerk Lubmin wird ein wesentlicher Aspekt bisher völlig
ausgeblendet: der Betrieb des Steinkohlekraftwerkes
in der geplanten Bauweise hätte massive gesundheitliche Auswirkungen auf die Bevölkerung.
Darauf weist ein offener Brief der Heilberufe an die Bundeskanzlerin und die Landesregierung hin:
Mehr als 200 Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Psychotherapeuten haben sich dem Aufruf angeschlossen und fordern unter
dem Motto: "Gesundheit ist unverkäuflich!", den Bau des Kraftwerks aufzugeben.
Die in dem offenen Brief benannten Schadstoffe Feinstaub, Quecksilber und andere
Schwermetalle sowie die Abwärmeeinleitung in den Greifswalder Bodden stellen nur
einen Teil der gesundheitlichen Gefahren für die Bevölkerung dar.
Dazu Martina Bahnsen, Mitinitiatorin des Briefes und Psychotherapeutin in Greifswald:
"Es war uns ein Anliegen, auch die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen,
dass die oft bemühten sogenannten "Grenzwerte" nicht bedeuten, dass
gesundheitliche Schäden nur bei einer Überschreitung zu erwarten wären.
Grenzwerte sind politische Kompromisse. Die Schweiz erlaubt z.B. nur halb so viel
Feinstaub-Emissionen wie Deutschland, und dies aus gutem Grund. Meine Sorge ist,
dass hier die Bevölkerung in Sicherheit gewiegt werden soll, während ihre
Gesundheit zum Ausverkauf steht.
Der offene Brief an die Kanzlerin, den Ministrerpräsidenten von M-V und den OB von Greifswald mit allen Unterschriften
"kann hier gelesen werden.
Wie ist die Lage auf dem deutschen Strommarkt?
Dazu gab es kürzlich folgenden Bericht:
Frontal 21
(Auszug aus der Sendung vom 04.03.2008 zum Strommarkt)
Insgesamt wollen die Konzerne laut BUND in den nächsten Jahren 28 neue Kohlekraftwerke bauen. Ohne diese Neubauten drohten Blackouts
und Engpässe, hatte RWE-Chef Jürgen Großmann jüngst gewarnt. "Mittlerweile reicht bereits das Zusammentreffen eines trockenen heißen
Sommers mit wartungsbedingten Ausfällen weiterer Kraftwerke, um die Versorgungssicherheit zu gefährden. Hier drohen im europäischen
Netz mehrtägige Stromausfälle schon in diesem Jahr, die auch Deutschland hart treffen können", sagte er der Bild-Zeitung.
Ein "interessensgeleiteter Alarmruf" sei das, schimpft Wolfram König, Präsident des Bundesamts für Strahlenschutz: "Hier stehen kurzfristige
ökonomische Interessen des Unternehmens im Vordergrund, nicht die mittel- und langfristige Versorgungssicherheit." Schließlich hätte
Deutschland vergangenes Jahr sogar 19 Terawattstunden Strom exportiert - so viel wie selten zuvor. Und das, obwohl mehrere Kernkraftwerke
nicht am Netz gewesen seien und damit 27 Terawattstunden Strom weniger produziert wurden. Eine Terawattstunde entspricht einer Milliarde
Kilowattstunden, also dem Stromverbrauch von rund 625.000 Ein-Personen-Haushalten im Jahr.
Mittlerweile steht RWE-Chef Großmann mit seiner Warnung vor Blackouts bei fehlendem Kohlekraftwerksneubau ziemlich allein auf weiter Flur.
Im Frontal21-Interview muss der RWE-Sprecher Volker Heck die Aussage seines Chefs relativieren: "Das heißt aber nicht, dass wir gesagt haben,
in 2008 wird der Strom ausfallen, wir haben nur darauf hingewiesen, dass auch in ruhigen Jahren mittlerweile schon die Situation enger wird,
als das noch vor ein paar Jahren der Fall gewesen ist." Und warum nun soll die Situation enger geworden sein, obwohl Deutschland so viel
Strom exportiert wie selten zuvor? Ganz einfach: Der Strom gehe im europäischen Binnenmarkt eben dahin, "wo der höchste Preis gezahlt wird",
so Heck - zum Beispiel nach Frankreich, wo den Atomkraftwerken in heißen Sommern gelegentlich das Kühlwasser ausgeht.
Und nun weitere Fragen und Antworten
Gibt es einen politischen Beschluss (bspw. vom Gemeinderat) zum geplanten Bau?
Der Zweckverband "Lubminer Heide" (gegründet zur Entmachtung von drei Gemeindevertretungen) hat sich positiv zu einer B-Plan Änderung, die für den Bau des SKW vonnöten ist, ausgesprochen. Mit Beschluss Nr. 2 vom 18.04.2007 wurde der Rahmen des B-Plans dahingehend geändert, dass z.B. Schornsteine (ursprünglich gar nicht erwähnt) eine Höhe von 150 m haben dürfen. Kesselhaushöhe 120 m, Asche- und Kalksilos 75 m Höhe, Filteranlagen 64 m Höhe, Turbinenhäuser 43 m Höhe.
Wer baut das Kraftwerk (Betreiber)?
DONG energy, 75 % hält der dänische Staat, die restlichen 25 % teilen sich Privatinvestoren. Das SKW würde in Dänemark nicht genehmigt werden!!
Ab wann soll das Kraftwerk gebaut werden?
Baubeginn soll 2008 sein.
Wo soll das Kraftwerk gebaut werden?
Seebad Lubmin, am Greifswalder Bodden, am Rande eines FFH-Gebietes und am Rande eines europäischen Vogelschutzgebietes, unmittelbar an einem Naturschutzgebiet und einem Naturpark gelegen - auf dem Gelände des ehemaligen KKW Bruno Leuschner.
Ist ein Braun-/ oder Steinkohle-Kraftwerk geplant?
Steinkohle
Ist das geplante Kraftwerk ein KWK-Kraftwerk, wird die entstehende Abwärme genutzt?
Nein, kann keiner aus der Umgebung gebrauchen. Sie wird in den Bodden abgeleitet und wird diesen regional erwärmen.
Wie groß soll die Leistung des Kraftwerks sein?
Zwischen 1.600 und 2.400 MW, das größte in Deutschland soll es werden!!
Wie hoch ist der geplante Wirkungsgrad?
Der geplante Wirkungsgrad beträgt 46 %.
Wie hoch ist der zu erwartende CO2-Ausstoß?
Bei 1600 MW sollen es 7,6 Mio. T lt. DONG sein, unsere Experten haben aber errechnet, dass es richtigerweise 10,46 Mio. T sein werden, bei 2400 MW proportional mehr. MV hat derzeit insgesamt einen CO2-Ausstoß von 13 Mio. T!
Weitere Informationen enthält eine Analyse von Dr. Vater mit Fakten zum Projekt Steinkohlekraftwerk Lubmin.
MdB Dr. Hermann Scheer legte kürzlich die "Denkschrift zu mehr Handlungsmut für erneuerbare Energien ("Jenseite von Kohle und Atom") vor.
Wichtige Fakten enthält auch der 4. Sachstandsbericht des IPCC über Klimaänderungen.
Aufschlussreich ist auch ein Artikel der Dänischen Tageszeitung "Information" vom 25.06.2007, in dem JB. Nielsen die Dänen über den Standort Lubmin informiert.
In einer Pressemitteilung vom 02. Juli 2007 von MdB Bärbel Höhn mit dem Titel "Keine-Kohle-Kolosse - Konsequente Klimapolitik erzwingt Kohlewende" ist eine weitere Stellungnahme nachzulesen.
Andere wichtige Fragen (Antwort über den link):
Politiker in Schwerin und in der Region und auch so mancher Arbeitslose vor Ort hoffen mit dem Bau des Kohlekraftwerkes auf neue Arbeitsplätze.
Das folgende Bild zeigt etwa die Gesamtfläche der Energiewerke Nord, wo das Kraftwerk gebaut werden soll. Links der Hafen und oben der Kühlwasserkanal zum Greifswalder Bodden.

Bericht über die Mitgliederversammlung am 3.11.07 und die Veranstaltung in der Petri-Kirche Wolgast am 2.11.07
Viele Gemeinden, Tourismusverbände und weitere Institutionen haben ablehnende Beschlüsse zum Kohlekraftwerk gefasst.
"Diese demokratischen Signale dürfen von der Landesregierung nicht ignoriert werden", betont Michael Woitacha.
Es gibt noch zu viele, die annehmen, es sei alles schon genehmigt und man könne sowieso nichts mehr dagegen tun. Dem ist nicht so!
Die Bedenken gegen die Planungunterlagen müssen nun schriftlich formuliert und den Ämtern fristgemäß zugestellt werden und zwar in Form von so
genannten Einwendungen. Den gesamten Beitrag finden Sie hier.
Einen Bericht über die Podiumsdiskussion in der Petri-Kirche Wolgast finden Sie auch in der Anklamer Zeitung vom 5.11.07
Der in der Petri-Kirche von Dipl-Phys. Lobanowitsch gehaltene kritische Vortrag zum geplanten Kraftwerk können Sie hier nachlesen.
Bischof Dr. Abromeit gegen Kohlekraftwerk in Lubmin
Bischof Dr. Abromeit zitiert in seinem Bischofsbericht unter 3.5 Besondere Aufgabe des Bischofs: Wort an die Öffentlichkeit
den Ratsvorsitzenden der Ev. Kirche in Deutschland Bischof Dr. Huber:
"Wer sich den heute notwendigen Entscheidungen verweigert, sündigt". Damit meint Bischof Dr. Abromeit die Entscheidung zur
Rettung des globalen Klimas, auf Kohlekraftwerke, wie das für Lubmin geplante, zu verzichten.
Den Bischofsbericht zum Steinkohlekraftwerk Lubmin können Sie sich herunterladen über:
www.kirche-mv.de/pommersche-landessynode-gegen-steinkohlenkraft.11803.0.html (Bischof Dr. Abromeit hat uns erlaubt, seinen
Bericht für unsere Arbeit zu zitieren).
Stellungnahme des DGB-Kreisvorestandes Greifswald/Wolgast
Der DGB-KV Greifswald/Wolgast bezieht in einer Stellungnahme vom 6.11.07 eindeutig Stellung gegen das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin.
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